Aufgabe für 20.12.2005

Arbeitet für die unterschiedlichen Sportarten die jeweiligen Ernährungsbesonderheiten heraus!

Fasst die Ergebnisse paarweise in einer Tabelle zusammen und speichert diese im Laufwerk "S" unter Sport/Sportliches_Profil/Dateiname =Familiennamen!

  Einteilung der Sportarten  

 

Bei der Vielzahl der heutigen Sportarten scheint es sinnvoll, diese zu klassifizieren. Konopka unterteilt die Sportarten wie folgt

 

Ausdauersportarten

Marathon, Triathlon, Langstreckenlaufen

Kraftsportarten

Gewichtheben, Stoßdisziplinen, Kraftdreikampf

Ausdauersportarten mit hohem Krafteinsatz

Radfahren, Kanu, Skilanglauf

Schnellkraftsportarten

Sprungdisziplinen, Kurzstreckenlauf

Spielsportarten

Fußball, Tennis, Handball, Basketball

Kampfsportarten

Ringen, Judo, Boxen, Karate

 

 

  Nährstoffrelationen der einzelnen Sportarten 

 

 

 

Ausdauersportarten

 

Je nach der Höhe der Belastung werden bei Ausdauersportarten die Glykogen- und Fettreserven aufgebraucht. Die Auffüllung der Glykogenreserven nach Training oder Wettkampf spielt eine entscheidende Rolle in der Ernährung für diese Sportler. 

Beim Auffüllen der Glykogenspeicher ist zu beachten, daß ein Gramm Glycogen 2,7g Wasser und 19,5 mg Kalium bindet. Zum einen ist dies von Vorteil, da diese Nährstoffe bei der Glykogenolyse dem Organismus zur Verfügung stehen, zum anderen muß bei der Glykogensynthese ausreichend Flüssigkeit und Kalium mit der Nahrung zugeführt werden. 

Die Nährstoffrelationen bei Ausdauersportarten sollten wie folgt aussehen: 

60 % Kohlenhydrate 

12 - 16 % Eiweiß 

24 - 26 % Fett 

Bei extremen Ausdauerleistungen kann der Kohlenhydratanteil auf bis zu 80 % gesteigert werden. Dies kann z.B. nach intensivem Training oder in der kohlenhydrat- reichen Phase im Rahmen der Superkompensation der Fall sein. Es sollte vorwiegend auf fettarme Eiweißquellen zurückgegriffen werden, da sonst der Fettanteil der Nahrung zu stark ansteigt

 

 

Kraftsportarten

 

Bei den Kraftsportarten geht es im wesentlichen um die Entwicklung einer maximalen Kraft. Voraussetzung hierfür ist ein hoher Muskelanteil, der durch das notwendige Krafttraining und der damit verbundenen erhöhten Eiweißzufuhr erreicht wird. Diese erhöht sich beim Kraftsportler auf 1,5 (- 2,5)g Eiweiß pro kg Körpergewicht. Das entspricht etwa 15 - 20 % der täglichen Energieaufnahme. Bei der hohen Proteinzufuhr ist darauf zu achten, daß genügend Flüssigkeit getrunken wird, da nur so das Stoffwechselendprodukt des Eiweißabbaus (Harnstoff) ausgeschieden werden kann. 100g Eiweiß benötigen ein Mindestharnvolumen von 700ml Flüssigkeit.

Bisher liegen keinerlei Daten über ungünstige Wirkungen einer weit über der Empfehlung liegenden Proteinzufuhr.

Da proteinreiche Lebensmittel meist auch einen hohen Fettanteil aufweisen, sollte der Kraftsportler fettarme Eiweißquellen vorziehen. 

Die Eiweißzufuhr sollte auf mehrere kleine Mahlzeiten (5 - 7) aufgeteilt werden, da sonst unverdautes Eiweiß in tiefere Darmabschnitte gelangt und dort von Dickdarmbakterien zu verschiedenen Gasen (z.B. Skatol, Indol) abgebaut wird, was zu Blähungen und Durchfällen führen kann. 

Besonders günstig ist es, wenn die Eiweißmahlzeit kurz vor oder direkt nach dem Krafttraining eingenommen wird, da hier der Muskelaufbau am effektivsten ist. Die Einnahme vor dem Training hat jedoch zwei Nachteile. Zum einen sollte man nicht mit vollem Magen trainieren, zum anderen kann ein Teil des Eiweißes zur Energiegewinnung herangezogen werden. Jedoch ist die Energieausbeute aus Proteinen im Vergleich zu Kohlenhydraten und Fetten weniger ergiebig. 

Auch wenn an die Ausdauerleistung nur geringe Anforderungen gestellt werden, ist eine ausreichende Kohlenhydratzufuhr für den Kraftsportler von Bedeutung, da die energiereichen Phosphatverbindungen durch den Abbau von Glykogen in der Glykogenolyse regeneriert werden müssen. Deshalb sollten 55 - 60 % der Nahrungsenergie in Form von Kohlenhydraten verzehrt werden. 

Für den Fettanteil verbleiben dann nur noch etwa 25 %. Dies ist sehr wenig, jedoch durch konsequente, fettarme Ernährung zu erreichen. Der Anteil der tierischen Fette sollte zugunsten von hochwertigen Pflanzenölen wie z.B. Olivenöl, Maiskeimöl oder Sonnenblumenöl eingeschränkt werden. Für die Nährstoffrelationen ergibt dies folgendes: 55 - 60 % Kohlenhydrate 15 - 20 % Eiweiß 25 % Fett

 

Ausdauersport mit hohem Kraftaufwand

 

Diese Sportarten verbindet Ausdauer- und Kraftsport. Dabei werden zwei verschiedene Muskelfasern gleichzeitig benötigt. Die roten sind hauptsächlich für die Ausdauerleistung zuständig während die weißen Muskelfasern für die Kraftentwicklung zuständig sind. Je nach Sportart muß der entsprechende Kompromiß zwischen diesen beiden Muskelsystemen gefunden werden. 

Ebenso stellt die Ernährung eine Mischung aus Ausdauer- und Kraftsport dar, d.h. der hohe Kohlenhydratanteil der Ausdauersporternährung wird etwas zugunsten des Proteinanteil reduziert.

 

Schnellkraftsportarten

 

Schnellkraft bedeutet, in möglichst kurzer Zeit möglichst viel Energie aufzubringen. Die Sportarten stellen eine Mischung aus Ausdauer- und Kraftsport dar, die je nach Sportart sehr unterschiedlich sein kann.

 

Spielsportarten

 

Diese Sportarten sind durch unregelmäßige Belastungsspitzen gekennzeichnet (z.B. Zwischenspurts beim Fußball). Im Vordergrund steht die Ausdauerleistung, woraus ein erhöhter Kohlenhydratbedarf resultiert. Charakteristisch für Spielsportarten sind zwei oder mehrere Pausen. Daraus ergibt sich die Möglichkeit der Flüssigkeits- und Nahrungsaufnahme während des Spiels. 

Davon sollte auch in jedem Fall Gebrauch gemacht werden, da der Sportler so seine Energiespeicher auffüllen und das Flüssigkeitsdefizit ausgleichen kann. Besonders geeignet sind leicht verdauliche Kohlenhydratmahlzeiten (z.B. Bananen) sowie Sportgetränke. Für sehr kurze Pausen eignen sich auch Kohlenhydrat-Mineralstoffgetränke.

 

Kampfsportarten

 

Die Kampfsportarten zeichnen sich durch die vielseitigen Anforderungen an Kraft, Ausdauer, Schnelligkeit, Kondition und Koordinationsvermögen aus. Die Energiebereitstellung erfolgt im wesentlichen aus der anaeroben Glycolyse, d.h. die Glykogenspeicher spielen hier eine wichtige Rolle. Eine ausreichende Proteinzufuhr dient dem Muskel- und Kraftzuwachs sowie der Konzentrationsfähigkeit. 

Bei Turnieren absolvieren die Athleten meist mehrere Kämpfe, so daß es sinnvoll ist, zwischen den Belastungen kleine, kohlenhydratreiche Mahlzeiten und geeignete Sportgetränke zu sich zu nehmen. 

Da diese Sportarten in Gewichtsklassen eingeteilt sind, ergibt sich für viele das Problem des „Gewicht machens“.

 

Gewicht machen

 

Bei den verschiedenen Kampfsportarten werden die Athleten in Gewichtsklassen eingeteilt. Viele Sportler versuchen in der nächst niedrigen Gewichtsklasse zu starten, um sich so einen Vorteil zu verschaffen. Meist geschieht das recht kurzfristig, so daß sie in kurzer Zeit sehr viel „Gewicht machen“ müssen. In der Kürze der Zeit kann der Gewichtsverlust nur durch den Verlust von Muskelmasse und vor allen Dingen Körperwasser erreicht werden. 

Neben dem Flüssigkeitsverlust kommt es zu einer verstärkten Ausscheidung von Mineralstoffen, v.a. von Kalium und Magnesium. All diese Faktoren könne zu folgenden Symptomen führen:

 

Eindicken des Blutes

Blutdruckabfall

verminderte Muskeldurchblutung

Herzrhythmusstörungen

 

Nicht selten geht der starke Gewichtsverlust mit einem eklatanten Leistungsverlust einher, der eigentlich nicht im Sinne des Sportlers sein kann. Bei der Vorbereitung auf einen Wettkampf ist es daher sinnvoll, sich rechtzeitig auf die entsprechende Gewichtsklasse vorzubereiten. 

Ist dies nicht möglich, muß direkt nach dem Wiegen für eine ausgeglichene Flüssigkeitsbilanz gesorgt werden, indem eine ausreichende Menge eines geeigneten Sportgetränks getrunken wird. Es sollten zunächst leicht verdauliche Kohlenhydrate zugeführt werden, um die notwendige Energie für den Wettkampf zu erlangen. Weiterhin sollten komplexe Kohlenhydrate (z.B. in Vollkornprodukten) verzehrt werden, die die Leistungsfähigkeit über einen längeren Zeitraum aufrecht erhalten können. 

Eine übertriebene Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme kann jedoch ebenfalls die Leistungsfähigkeit herabsetzen, da der überfüllte Magen die Zwerchfellatmung einschränkt.

 Letztlich muß der Sportler selbst entscheiden, ob er ausgezehrt und schlapp eine Gewichtsklasse niedriger antritt oder ob er topfit in der nächst höheren Gewichtsklasse startet.

 

Für all diese Sportarten gilt eine Nährstoffrelation von:

 

55 % Kohlenhydraten

12 - 18 % Eiweiß

27 - 33 % Fett