Das Altenpflegeheim „Katharina von Bora“ befindet sich in unmittelbarer
Schulnähe. Mehrere Schüler haben bereits durch die „AG Geschichte“
intensive Kontakte mit verschiedenen Heimbewohnern. Seit diesem
Schuljahr wird diese Zusammenarbeit im Rahmen des Ethikunterrichts der
Klassenstufe 9 intensiviert. Eine bereits bestehende Kooperation zwischen
dem Pflegeheim und einer Kindereinrichtung konnte in die gemeinsame
Planung einbezogen werden, so dass verschiedene Projekte realisiert
werden konnten, an denen die Beteiligten „generationsübergreifend“ aktiv
wurden.
Ein Teil der Schulklasse verbringt die jeweils zwei Stunden pro Woche
direkt im Pflegeheim. Gemeinsam mit den Heimbewohnern, die nicht mehr
in der Lage sind, das Heim zu verlassen, werden gemeinsame Spielrunden
organisiert.
Der andere Teil der Klasse geht gemeinsam mit jeweils einem
Heimbewohner „auf Strecke“. Hier werden im Laufe des Schuljahres ganz
unterschiedliche Aktivitäten geplant. So werden Spaziergänge zu
verschiedenen Orten der Stadt unter der Thematik „Groitzsch im Wandel“,
unternommen, so beispielsweise der neu gestaltete Bahnhof besichtigt und
eine „Historische Stadtführung“ durchgeführt.
„Was bedeutet für mich in meinem Alter Glück?“ war die Ausgangsfrage,
die zunächst zwischen den Generationen erörtert wurde. Die Ergebnisse
wurden auf „Blättern“ künstlerisch umgesetzt und es entstand ein großer
„Generationenbaum“. Jeder konnte hier seine Vorstellung von Glück zu
Ausdruck bringen, je nach Fähigkeiten umsetzen und sich so im
Gesamtergebnis wieder finden.
Gemeinsames Musizieren bildete die zweite Säule der „musisch-künstlerischen“ Tätigkeiten.
In der Beschäftigung mit Musik entwickeln Kleinkinder, Gymnasiasten und
alte Menschen, jeweils ganz unterschiedlich, Kreativität und
Kommunikationskompetenzen. Die Freude über das gemeinsame Ergebnis
stand hier im Vordergrund der Arbeit. Eine Vertiefung des gemeinsamen
Musizierens ist für das zweite Schulhalbjahr geplant.
Anfängliche Unsicherheiten im kommunikativen Bereich, Ängste im
Umgang mit dem Rollstuhl oder einfach nur Vorurteile über das Leben im
Pflegeheim können überwunden werden.
Alle drei Einrichtungen, Kindergarten, Gymnasium und Pflegeheim
möchten dieses Projekt fortsetzen und in den kommenden Jahren die
Zusammenarbeit intensivieren.